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Werte in der Unternehmensnachfolge (20)


Zwischen persönlichen Werten und Marktwert

“Wie viel ist mein Familienunternternehmen wert? Und wer legt diese Werte fest?” Mit diesen Fragen plagte sich der Unternehmer, der sich seiner überzogenen Preisvorstellungen langsam bewusst wurde. Auch wenn es nur zu verständlich war, dass ihm sein Unternehmen sehr viel mehr wert war, als er nun bekommen konnte – der tatsächliche Unternehmenswertv ergab sich leider nicht nur aus dem persönlichen Wert.

Unternehmensnachfolge

Was kann man dem persönlichen Unternehmenswert entnehmen?

Der persönliche Wert des Unternehmens schlägt sich nur zum Teil im tatsächlichen Unternehmenswert nieder. So ist die Persönlichkeit des Unternehmers, seine Art, wie er das Unternehmen all die Jahre geführt hat, ein wichtiger Faktor, der auch in der Preisbildung berücksichtigt werden muss. Hierbei sind etwa folgende Fragen zu berücksichtigen:

  • Ist zu erwarten, dass langjährige Kunden das Vertrauensverhältnis auch nach erfolgter Unternehmensnachfolge aufrecht erhalten?
  • Kann die Prägung des Unternehmens durch den früheren Eigner zur weiteren Image-Pflege genutzt werden?
  • Hat die Unternehmenstradition zu einer bis heute erfolgreichen Kundenbindung geführt?

Diese und andere Aspekte zeigen die Handschrift des Unternehmers, die auch für den tatsächlichen Unternehmenswert durchaus eine Rolle spielt. Der Marktwert des Unternehmens  setzt sich aus weiteren Faktoren zusammen, die mit den persönlichen Werten des Unternehmers jedoch widerstreiten können, der in seinen Preisvorstellungen verständlicherweise nicht nur die Marktsituation berücksichtigte. Für sein Lebenswerk, das ihn viel Schweiß und Blut gekostet hatte, sollte der Nachfolger auch anständig zahlen.

Im Märchenland hatte das Wort “anständig” auch in diesem finanziellen Kontext noch nicht allzu viel von seiner ursprünglichen Bedeutung verloren. Die Moral des Wortes spiegelte sich in den Gedanken des Unternehmers wider. Ein Spiegelbild seiner selbst indes fand sich darin nicht, hatte er sich gegenüber Hänsel und Gretel doch recht ungebührlich verhalten.

Wie aber, so die zwischenzeitliche Moral von dieser Geschicht’, sollte die Gleichung zwischen ihm als Unternehmer und dem potentiellen Nachfolger aufgehen? Während er auf der einen Seite den Marktwert plus eines noch zu bestimmenden ideellen Wertes verlangte, brachte er auf der anderen Seite zu wenig an Moral und Wertvorstellungen ein.

Unternehmensnachfolge im Gleichgewicht?

Das Ungleichgewicht in der Unternehmensnachfolge hatte mit dem Generationenkonflikt begonnen: Hänsel und Gretel erfüllten ebenso wenig die Erwartungen des Unternehmers wie die potentiellen Nachfolger, selbst gestandene Unternehmer und Wirtschaftsexperten. Waren es zunächst die scheinbar mangelnden Fähigkeiten seiner Nachkommen, so scheiterte die Unternehmensnachfolge diesmal am lieben Geld.

“Die Zeit”, so dachte der Unternehmer, “ist noch nicht reif, um mein Familienunternternehmen weiterzugeben. Den richtigen Zeitpunkt sehe ich wohl erst, wenn er gekommen ist. Zeit ist’s jedoch, einen würdigen Nachfolger zu finden, der Gold in den Händen und in seinen Gedanken mit sich bringt.” Der Unternehmer hatte sich nicht etwa eines Besseren besonnen, sondern strebte in der Unternehmensnachfolge weiterhin nach einem märchenhaften Vorteil. Zu schön, um wahr zu sein? Wir werden sehen …

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