In unserem Märchen von der Unternehmensnachfolge hatte der Eigner der Knusperhäuschen GmbH seine beiden Kinder Hänsel und Gretel tief in den Wald geführt, um sie dort, auf sich alleine gestellt, zurückzulassen.
Was hier im Märchen geschieht, findet auch in vielen deutschen, mittelständischen Unternehmen jedes Jahr aufs Neue statt. Auch wenn die Kinder als potentielle Unternehmensnachfolger nicht (im wahrsten Sinne des Wortes) “weggeschickt werden”, so findet doch häufig kaum eine Einbindung in das Unternehmen statt.
Immer wieder erlebe ich, dass vieles unausgesprochen bleibt, Probleme und Herausforderungen somit nicht “bewusst” gemacht und thematisiert werden. Während Hänsel und Gretel in unserem Märchen direkt und unmittelbar aus dem Unternehmen vertrieben werden (schließlich führt sie der Unternehmer in den Wald, um sie dort loszuwerden), geschieht in vielen Familienunternehmen ein schleichender Prozess, der sich durchaus über viele Jahre vollziehen kann.
Dabei sollte in all diesen Jahren genug Zeit sein, die Nachfolgeplanung nicht nur zu besprechen, sondern zu einem versöhnlichen Ergebnis zu kommen. In vielen Fällen wollen die Kinder in die Nachfolgeplanung mit einbezogen werden, in anderen Fällen aber auch die Zeit haben, sich frei entwickeln und entfalten zu dürfen.
Unternehmensnachfolge ist kein Wunschkonzert
“Unternehmensnachfolge ist kein Wunschkonzert” – die Wege sind oftmals verschlungen. Wichtig ist nur, dass das Ziel einer erfolgreichen Weitergabe des Unternehmens in vollem Umfang erreicht wird. Wir werden jedoch noch einige Wirrungen und Wendungen in der Unternehmensnachfolge kennenlernen, die die Nachfolgeplanung so komplex machen, wie wir es ja häufig erleben.





