. Zur Startseite Märchen
 

Wenn die Chemie stimmt – das Familienunternehmen Henkel


Mit einer kleinen Fabrik in einem Aachener Hinterhof legte der hessische Lehrersohn Fritz Henkel 1876 den Grundstein für einen Weltkonzern. Während vor über 130 Jahren noch ein Drei-Mann-Betrieb ein „Universalwaschmittel” entwickelte, arbeiten heute über 50.000 Beschäftigte bei Henkel. Trotz vieler Schicksalsschläge, die den Konzern immer wieder heimgesucht haben, behaupten sich die Düsseldorfer bis heute.

Vom Universalwaschmittel-Hersteller zum Weltkonzern

Auf die Frage, warum Familienunternehmen in Deutschland so erfolgreich sind und ob es dafür ein Familienrezept gäbe, antwortete der Aufsichtsratschef und Urenkel des Henkel Gründers Albrecht Woeste wie folgt:

„Ich glaube in der Tat, dass Familienunternehmen erfolgreicher sind als anonyme Aktiengesellschaften. Das liegt im wesentlichen daran, dass die Familie sich viel mehr mit dem Unternehmen identifiziert, als andere Aktionäre das könnten. Außerdem haben sie in der Regel eine viel langfristigere und klarere Strategie für ihr Unternehmen und eine hohe Sozialkompetenz. Familien haben ja an sich schon eine hohe Sozialkompetenz. Der Erfolg kommt meiner Meinung nach daher, dass es für die Mitarbeiter leichter ist, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren, weil sie die Strategie kennen, weil sie die Inhaber kennen, weil sie sich geborgener fühlen und sie dann leistungsfähiger sind. Und es macht wiederum den Mitarbeitern Spaß, wenn sie leistungsfähig sind. Dieses Zusammenspiel ist kein Geheimnis, aber das ist etwas sehr positives. Ein Rezept gibt es ganz sicher nicht. Es sei denn, man wollte Menschlichkeit als ein Rezept darstellen.”

Obwohl sich viele Unternehmenschefs eine Familiennachfolge wünschen, sind nicht alle Kinder von Unternehmern automatisch für die Übernahme des Geschäftsbetriebs geeignet. Albrecht Woeste erklärt im Interview mit der Rheinischen Post, wie die Weitergabe eines Unternehmens beim Weltkonzern Henkel aussieht:

„Die Familienmitglieder tragen eine hohe Verantwortung und deshalb ist es selbstverständlich, dass sie für eine solche Aufgabe auch befähigt sind und befähigt werden müssen. Dazu gehört eine gute Ausbildung, unternehmerische Erfahrung im In- und Ausland, manchmal auch normaler Menschenverstand und eine hohe Sozialkompetenz. Darauf versuchen wir zu achten. Doch auch eine Hausfrau tut uns gut – wir hatten eine solche im Gesellschafterausschuss – denn es sind nicht nur strategische Fragen, sondern oft ganz normale menschliche Dinge wichtig.”

Familienunternehmen Henkel mit nur fünf Familienmitgliedern an der Spitze

In 127 Jahren haben bei der Henkel KG aA, so der offizielle Name seit dem Börsengang, nur fünf Familienmitglieder an der Spitze gestanden. Das Unternehmen wird derzeit aus zweiter Reihe mit der vierten und fünften Generation der Familie Henkel geführt. Für Woeste ist diese Tatsache einer der Hauptgründe für die langlebige Existenz und Kraft des Unternehmens. Die Henkels aus Düsseldorf – ein traditionsstarkes und präsentes Familienunternehmen in Deutschland.

Hinterlassen Sie einen Kommentar