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Unternehmensnachfolge oder Familie: Im Wechselbad der Gefühle (11)


Da fing Gretel an zu weinen und sprach: “Wie sollen wir nun aus dem Wald kommen?” Hänsel aber tröstete sie: “Wart nur ein Weilchen, bis der Mond aufgegangen ist, dann wollen wir den Weg schon finden.” Und als der volle Mond aufgestiegen war, so nahm Hänsel sein Schwesterchen an der Hand und ging den Kieselsteinen nach, die schimmerten wie neugeschlagene Batzen und zeigten ihnen den Weg.

Sie gingen die ganze Nacht hindurch und kamen bei anbrechendem Tag wieder zu ihres Vaters Haus. Sie klopften an die Tür, und als der Unternehmer aufmachte und sah, dass es Hänsel und Gretel waren, sprach er: “Ach, meinen lieben Nachkommen. Ich dachte, ihr wolltet gar nicht mehr aufhören, zu arbeiten, und hättet euren Vater gar nicht mehr an eurer Unternehmung teilhaben lassen wollen. Das brach mir beinahe das Herz, so dass befürchtete, ihr kommt sehr wohl ohne mich aus. Doch nun habt ihr ja wieder zu mir gefunden. Ich sehe, ihr braucht mich doch noch.” Da freute sich der Unternehmer, denn es war ihm zu Herzen gegangen, dass er seine Kinder allein zurückgelassen hatte.

Unternehmensnachfolge

Eine tiefe Verbundenheit innerhalb der Familie erleichtert die Unternehmensnachfolge

Gerade in mittelständischen Betrieben ist die Unternehmensnachfolge eng mit der Familie verbunden. Auch wenn deutsche Familienunternehmen natürlich nicht so radikal vorgehen, wie der Unternehmer in unserem Märchen, werden Söhne, Töchter oder Enkelkinder häufig von der Nachfolgeplanung ausgeschlossen. Gründe hierfür können sein:

  • Fehlende Offenheit
  • Fähigkeiten werden nicht erkannt
  • Verschiedene Meinungen
  • Ansichten zu Lebensstil und Lebensplanung
  • Streitigkeiten

Diese Aspekte bedingen sich gegenseitig, so dass eine vollständige Trennung nicht möglich ist. Unter Umständen geht das Gleichgewicht in der Unternehmensnachfolge verloren, bis es schließlich in der Familie eskaliert – so, wie wir es in diesem Märchen beim Unternehmer und seinen Nachkommen erleben.

1 Kommentar zu „Unternehmensnachfolge oder Familie: Im Wechselbad der Gefühle (11)“

  1. [...] Der Unternehmer hatte schon gar nicht mehr richtig zugehört und sich irgendwann von der Goldmarie abgewandt. Da stand er nun da, mit leeren Händen und immer noch ohne Unternehmensnachfolger. „Langsam wird es eng“, sprach er zu sich selbst. „Hätte ich doch nur nicht meine lieben Kinder, Hänsel und Gretel hinfort geschickt. Ich glaube langsam, dass sie die einzigen sind, die meines Lebenswerkes würdig sind.“ [...]

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