Natürlich bin ich immer auch auf der Suche nach neuem Stoff, mit dem ich unterhalten, aber natürlich auch – und vor allem – informieren kann. Besonders unterhaltsam fand ich kürzlich eine Website der Bundesregierung und der Spitzenverbände der Wirtschaft. Na, sind Sie dem Link schon gefolgt? Dann haben Sie das Einstiegsbild der Website natürlich gesehen, auf dem sich der Nachwuchs bereits im zarten Alter auf die spätere Berufung und Ihre Unternehmensnachfolge vorbereitet.
Vielleicht ist ja unter meinen Lesern auch der ein oder andere Bauunternehmer, Manager oder erfolgreiche Arzt. Möglicherweise haben Sie Kinder, die in einem ähnlichen Alter, wie die drei Sprösslinge auf dem Webseiten-Bild sind; sollte dies der Fall sein, dann haben Sie sich bestimmt schon einmal Ihr Kind oder Ihre Kinder in Anzug, Kittel oder auf der Baustelle vorgestellt. Sicherlich schauen sie dabei in die Zukunft und stellen sich Ihre lieben Kleinen als volljährige Unternehmer vor, die die Unternehmensnachfolge ebenso gelassen wie erfolgreich meistern.
Doch so nett, wie es auf der Einstiegsseite der Internetpräsenz von Bund und Wirtschaft aussieht, ist es in der Realität leider nicht – als Unternehmer oder Unternehmerin sind Sie sich dessen gewiss bewusst. Eine fundierte Ausbildung ist ganz besonders wichtig, sollen Ihre Kinder einst in Ihre Fußstapfen treten. Doch wo ein „Sollen“ ist, da ist noch längst kein „Wollen“.
Nehmen Sie die Scheuklappen herunter und sehen Sie in der Unternehmensnachfolge klar
In der Tat ist es auch heute noch so, dass viele Unternehmer alles tun, um den Filius an das Unternehmen heran zu führen. Auch, wenn ich mich immer wieder über Unternehmen freue, die bereits in der dritten oder vierten bis hin zur siebten Generation – ja, auch das gibt es noch – erfolgreich fortführen. Dies sind die Paradebeispiele für eine optimale Unternehmensnachfolge.
Aber wie schnell hätte es auch in diesen Unternehmen anders kommen können; aus diesem Grunde empfehle ich meinen Kunden, und nun auch Ihnen, die Scheuklappen einmal abzulegen. Selbstverständlich wünsche ich Ihnen, dass Ihr Wunsch in Erfüllung geht und Sie Ihr Lebenswerk an die Kinder weitergeben können. Dennoch ist es wichtig, dass Sie für den Fall der Falle vorsorgen.
Eine sinnvolle Nachfolgeplanung sollte so angelegt sein, dass Sie die Planung Ihres Nachfolgers ganz flexibel angehen können. Sie können damit nicht bestimmen, dass Ihr Unternehmen in der Familie bleibt, sehr wohl aber, dass auch nach Ihnen weitergeführt wird. Diese Gelassenheit sollten Sie sich im harten Business einfach gönnen – ganz im Sinne Ihrer Familie, aber auch für Ihr Unternehmen.
Foto: Pixelio.de




