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Überzogene Preisvorstellungen in der Unternehmensnachfolge (19)


Während Hänsel und Gretel noch immer unter einem Baum schliefen und in einen wahren Dornröschenschlaf verfallen waren, läutete der Unternehmer zum Nachfolger-Casting für sein Familienunternehmen. Unzählige illustre Gesellen hatten sich in der Knusperhäuschen GmbH eingefunden, um sich als Unternehmensnachfolger zu bewerben.

Da war der ehemalige Boss der Kondor Fluggesellschaft Peter Wolf, der Zauberer und Wahrsager Dr. Doubini, Dr. Aetker, der einst den süßen Brei ins Märchenland importiert hatte, und nicht zuletzt die Gesellschafterin Heike Hexler.

Da freute sich der Unternehmer über die hochkarätigen Kandidaten, die allesamt auf der Besetzungscouch Platz genommen hatten. Noch vor wenigen Tagen hatte der Chef der Knusperhäuschen GmbH ein Angebot der Goldmarie ausgeschlagen, die ihr ganzes Gold für das Unternehmen hergeben wollte. “Nix da”, hatte sich der Unternehmer gedacht “in einem offenen Casting kann ich für mein Familienunternehmen doch so viel mehr herausschlagen.”

Nun saßen sie da, die potentiellen Nachfolger, und klopften sich die Westen wieder weiß, die auf dem beschwerlichen Weg durch das Unterholz doch so manche Flecken bekommen hatten. Der Reihe nach wurden sie ins Kaminzimmer bestellt, in dem ein alter Ofen für wohltuende Wärme sorgte.

Unternehmensnachfolge

Wie viel Gold soll in der Unternehmensnachfolge in die Waagschale geworfen werden?

Der Unternehmer fragte jeden von ihnen: “Wie viel willst du mir für mein Familiennternehmen geben?” — “Dreißig Goldstücke”, sagte der erste, “schließlich bin ich von hohem Stand und weiß, wie es um dein Unternehmen bestellt ist.” Der Unternehmer wurde angesichts des niedrigen Angebotes wütend und sprach: “In den Ofen mit dir, so wie es in der Märchenwelt seit jeher Brauch ist.”

“Halt!”, schrie seine Gespielin Heike Hexler, die mit im Raume war. “Du verdirbst mir noch den süßen Brei. Und dann kriegst du den Hals wieder nicht voll genug und beschwerst dich bei mir!”

Doch auch die beiden anderen Kandidaten überzeugten den Unternehmer kaum mit ihren Geboten. “Da war ja das Angebot der Goldmarie noch besser, zumal sie nach der Enterbung Ihrer Schwester, der Pechmarie, über eine nicht unwesentliche Liquidität im Erbfall verfügte.”

Beherzt fasste der Unternehmer den Entschluss, nochmals mit der Goldmarie in Verhandlung zu treten. “Wenn sich sonst kein würdiger Unternehmer fände”, dachte er sich, “sollte ich vielleicht doch in die Fähigkeiten einer Frau investieren.”

Der Unternehmer hatte bei dem Versuch, die Knusperhäuschen GmbH zu verkaufen, bislang sämtliche Angebote ausgeschlagen. Wie viel aber darf man verlangen? Im Weblog zur Unternehmensnachfolge erfahren Sie, welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen, um das herauszufinden.

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