Sicherlich kennen auch Sie die Geschichte von Sankt Martin, der einem Bettler selbstlos einen Teil seines Mantels gab. Teilen – eigentlich eine Tugend – hat in der Unternehmensnachfolge jedoch nichts zu suchen. Wer Betriebsvermögen und Führung auf unterschiedliche Köpfe aufteilt, führt sein Unternehmen leider nur allzu häufig in den Ruin.
Doch auch, wenn diese Form der „Unternehmensnachfolge“ das eigene Vermächtnis schnell bröckeln lässt, findet sie in Deutschland in vielen Betrieben leider immer wieder statt. Die damit verbundenen Herausforderungen können häufig jedoch nicht bewältigt werden: Schnell kommt es zu Streitigkeiten, so dass Entscheidungen nicht mehr schnell genug getroffen werden können, wenn überhaupt. Es gibt schlicht keinen Chef, der für das ganze Unternehmen eintritt und das letzte Wort hat
„Familie“: Geradezu definitorisch für den Erfolg von Familienunternehmen
Vermutlich liegt die Stärke von Familienunternehmen auch gerade darin, dass „Familie“ mehr als nur ein Wort ist, sondern auch heute noch für Nähe und Verbundenheit steht. Anders als bei Großkonzernen wie SONY, Nike oder Procter & Gamble werden Entscheidungen im engen Kreis getroffen, sofern mehrere Familienmitglieder an dem Unternehmen beteiligt sind. Wichtig ist jedoch auch hier, dass es einen Eigentümer gibt, der letztlich die Entscheidungen trifft.
Das „Familiäre“ spielt jedoch nicht nur innerhalb der Familie eine wichtige Rolle; ebenso wichtig ist es, dass sich auch die Angestellten im Familienbetrieb wohl fühlen. Diese Verbundenheit mit den eigenen Mitarbeitern ist für beide Seiten einfach äußerst profitabel: Während sich der Arbeitnehmer – bis zu einem gewissen Punkt – darauf verlassen kann, auch in schwierigen Zeiten nicht so schnell „fallen gelassen“ (entlassen) zu werden, darf sich der Unternehmer in aller Regel über motivierte und somit produktive Angestellte freuen.
Wer jetzt noch in den betrieblichen Abläufen auf flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege setzt, ist sowohl für den Wettbewerb als auch für die Unternehmensnachfolge gerüstet. Gerade diese Geschlossenheit ist es, die Familienunternehmen stark macht, und zudem in der Kundenbindung eine nicht unwesentliche Rolle spielt.




