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Stein des Anstoßes in der Unternehmensnachfolge (07)


Der Dorfrichter Adam traf sich gleich am nächsten Tag mit dem Unternehmer der Knusperhäuschen GmbH, um ihn in seiner Nachfolgeplanung zu verunsichern.

“Lieber Unternehmer”, sprach der Richter, “sofern Sie bereits einen Nachfolger innerhalb der Familie bestimmen können, empfehle ich Ihnen die Übertragung durch Schenkung. Dies ist die familienfreundlichste Lösung, mit der ich bislang nur positive Erfahrungen gemacht habe. Andernfalls sollten Sie eine externe Unternehmensnachfolge in Betracht ziehen – etwa durch einen leitenden Angestellten oder einen Partner.”

Der Unternehmer war sich – wie erwartet – nicht sicher, wen er als definitiven Nachfolger für sein Unternehmen bestimmen sollte.

Für den Dorfrichter war dies ein gefundenes Fressen: “Lieber Unternehmer, ich will für Sie und Ihr Unternehmen wirklich nur das Beste. Deshalb rate ich ihnen dazu, die Kosten in der Unternehmensnachfolge so gering wie nur möglich zu halten. Ich merke wohl, dass Sie unter Ihren Kindern keinen würdigen Nachfolger bestimmen können. Stellen Sie sich nun vor, wie Ihre Kinder ihre Pflichtteilsansprüche geltend machen und das Unternehmen trotz sorgfältiger Planung womöglich in den Ruin steuern!”

Der Dorfrichter redete und redete und fügte seinen Aussagen zur Unternehmensberatung immer wieder kurze, aber sehr wirksame Zaubersprüche hinzu, die ihm die Gesellschafterin Heike Hexler mit auf den Weg gegeben hatte. Diese gingen während des Gesprächs mit dem Unternehmer immer wieder und doch kaum merklich über seine Lippen, um den Einfluss auf den Unternehmer nach und nach zu verstärken.

Der Unternehmer geriet so immer stärker in den Bann dieses Beraters. Er fing an, sich mehr Sorgen und Gedanken darüber zu machen, sein über Jahrzehnte hinweg aufgebautes Lebenswerk zu verlieren.

Unternehmensnachfolge

Lebenswerke weitergeben, nicht einfach nur Unternehmen

Für den Dorfrichter Adam spielte die Weitergabe des Lebenswerkes, das der Unternehmer in jahrelanger Arbeit aufgebaut hatte, keine Rolle. Damit handelte er ganz im Sinne der Gesellschafterin Heike Hexler, die die Knusperhäuschen GmbH an sich reißen wollte.

Eigentlich hätte er vielleicht auf die zentralen Aspekte in der Unternehmensnachfolge hinweisen müssen: Ein Familienbetrieb sollte, wenn es geht, innerhalb der Familie verbleiben. Um diese Betriebe, die in einen familiären Kontext eingebettet sind, erfolgreich zu übergeben, müssen die Menschen in den Vordergrund gestellt werden.

Würden alle Familienbetriebe diesem Credo folgen und auch die Berater diesen komplexen Prozess der Unternehmensnachfolge ganzheitlich betrachten (und nicht ausschließlich wirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtigen), würden nicht so viele Unternehmensnachfolgen scheitern. Doch dann gäbe es ja auch keinen Grund, das Märchen von der Unternehmensnachfolge zu schreiben…

1 Kommentar zu „Stein des Anstoßes in der Unternehmensnachfolge (07)“

  1. [...] dem Gespräch mit dem Dorfrichter Adam wälzte sich der Unternehmer nächtelang schlaflos in seinem Bette, aus Angst, die Kinder würden [...]

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