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Spieglein, Spieglein an der Wand (26)


…wer ist in der Unternehmensnachfolge die beste im ganzen Land?

Nun versprach die Unternehmensnachfolge endlich erfolgreich zu verlaufen, wäre da nicht die böse Gesellschafterin des Unternehmers, Heike Hexler, gewesen, die sich bei ebay einen alten, jedoch magischen Spiegel ersteigert hatte. Nachdem die alte Frau bereits ein Tischlein ersteigert hatte, das sich nicht wie erwartet von selber deckte, war die Gesellschafterin der Knusperhäuschen GmbH zunächst skeptisch, ob der Spiegel auch tatsächlich seine Dienste täte.

Als dieser jedoch auf ihre Frage: “Spieglein Spieglein an der Wand, wer für die Nachfolge der Knusperhäuschen GmbH die Beste im ganzen Land?” antwortete, war sie zunächst verzückt. Schließlich fiel die Antwort wie erwartet aus: “Frau Hexler, ihr seid die beste Nachfolgerin hier.” Nach einer kurzen Pause fügte er jedoch hinzu: “Aber Hänsel und Gretel, die Kinderlein des Unternehmers hinter den sieben Bergen bei den Sieben Zwergen, sind weitaus besser geeignet als ihr. Bedenkt, welche Vorteile es mit sich bringt, wenn die nachfolgende Generation in die Fußstapfen des Vaters tritt. Mit etwas Glück und wenig Zank, wir das Märchen von der Unternehmensnachfolge in dieser Geschicht‘ doch noch wahr.”

Da wurde die Gesellschafterin der Knusperhäuschen GmbH ganz zornig und schwor sich, die geplante Unternehmensnachfolge zu vereiteln.

Unternehmensnachfolge

Man muss  in der Unternehmensnachfolge noch in den Spiegel schauen können

Die Gesellschafterin bedachte nur ihren eigenen Vorteil; die Tradition des Unternehmens war ihr egal. Dem Unternehmer dämmerte inzwischen, dass seine Partnerin ihn wahrlich schlecht beraten hatte. Aber was konnte er tun? Eine Gesellschafterin entlassen, das war auch im Märchenland gar nicht so einfach und verlangte eine strikte Regelung. Sofern im Gesellschaftervertrag nicht bereits vorgesehen, bedurfte es – so war ganz klar – bestimmter Zauberkräfte, wie sie nur im Wunderland vorhanden waren.

Die Gesellschafterin jedoch tat etwas, das ihr später zum Verhängnis werden sollte: Die Frau zerschlug aus Wut den Spiegel, besaß er doch die Unverfrorenheit, ihr zuwider zu reden. Im Märchenland war dies jedoch eine Missetat, die für die betroffene Märchengestalt großes Unglück bedeutete.

Schließlich muss man noch in den Spiegel schauen können; ansonsten erkennt man weder eigene moralische Verfehlungen, noch edle Absichten. Da tut sich weder die Märchen- noch Menschenwelt etwas – mit dem alleinigen Unterschied, dass sich wörtliche Bedeutung und Metapher in aller Regel umgekehrt zueinander verhalten.

1 Kommentar zu „Spieglein, Spieglein an der Wand (26)“

  1. [...] doch seit jeher ein Dorn im Auge. Er ahnte ja nicht, dass sich die alte Frau, nachdem sie den Zauberspiegel zerbrochen hatte, bei ebay eine Kristallkugel ersteigert hatte, mit der sie die Geschehnisse bis [...]

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