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Liebe und Kommunikation in der Unternehmensnachfolge (40)


Der Unternehmer hoffte, dass sich auch sein Sohn Hans im Glück an diese frühen Tage zurückerinnerte und bat ihn um ein Gespräch unter vier Augen: “Mein lieber Sohn Hans, ich würde gerne mit dir darüber sprechen, ob wir nicht eine andere Lösung finden, als dir den Pflichtteil auszubezahlen. Natürlich kann ich verstehen, dass du einen Teil vom Kuchen abhaben möchtest. Doch bedenke, mit der Knusperhäuschen GmbH führe ich ein florierendes Traditionsunternehmen, mit dem ich dir den Mund wässrig machen möchte. Warum steigst du nicht einfach bei uns ein, in welcher Form auch immer. Ich bin für alles offen, wenn du nur auf deine Pflichtteilsansprüche verzichtest.”

Doch das war dem guten Hans im Glück zu wenig. Er wollte vom Unternehmer hören, warum er ihn damals hatte ziehen lassen. Endlich sprachen sich beide aus und waren sich einig, dass  dieses Gespräch schon vor vielen Jahren hätte stattfinden müssen.

Unternehmensnachfolge

Nachfolgeplanung: Ein kommunikativer Prozess

Obwohl sich sowohl der Unternehmer, als auch sein Sohn damals vom jeweils anderen im Stich gelassen fühlten, war es letztlich die Liebe zueinander, die diesen Zwist überhaupt erst hatte entfachen können. Beide fühlten sich zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht in der Lage dazu, miteinander zu sprechen – doch genau dies ist eine besonders gefährliche Mischung, die innerhalb der Familie und in der Unternehmensnachfolge häufig zu ernstzunehmenden Schwierigkeiten führt. Gerade unter Familienmitgliedern, die sich unter normalen Umständen schätzen und lieben, sollte eine rege Kommunikation stattfinden – sozusagen proportional zur Liebe. Nur so lassen sich Streitigkeiten als geradezu schöpferischer Vorgang verstehen.

Während ihres Gesprächs erkannten Vater und Sohn, dass die Fehler nicht gezielt bei dem einen oder dem anderen, sondern vielmehr zwischen ihnen zu suchen waren. Diese Erkenntnis erleichterte es auch dem über Jahre hinweg verschollenen Sohn, Hans im Glück, einzulenken und sich dem Unternehmer anzunähern:

“Nun ja, wenn ich mir dein Unternehmen und die Bilanzen so ansehe, sieht das alles schon verführerisch aus. Die ganzen Leckereien sehe ich daher sehr wohl, und bin auch geneigt, mich in meinem Glück auf eine langfristige Strategie festzulegen. Lieber Unternehmer, ich sehe dein Mühen, ich will mich mit meinen Gaben in dein Mühen einbringen. Ich bin mir sicher, dass wir uns aneinander annähern und einen guten Kompromiss finden werden … damit die Substanz deines Lebenswerks erhalten und innerhalb der Familie verbleibt.”

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