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Gebrochene Herzen in Familie und Familienunternehmen (39)


Nun war der Unternehmer ganz außer sich vor Sorge und überlegte verzweifelt, wie er in der Unternehmensnachfolge auf ausreichend liquide Mittel zurückgreifen konnte. Die Hoffnung, der Märchenprinz würde ihm auch in diesem Falle finanziell unter die Arme greifen, wurde alsbald zerschlagen: “Mein Vater gibt mir nicht genug Taschengeld, um Investitionen in dieser Höhe zu tätigen. Wenn ich einst zum Nachfolger des Königs berufen werde, sieht die Sache natürlich ganz anders aus. Doch noch sind selbst meine liquiden Mittel begrenzt. Es tut mir leid, Unternehmer, ich kann dir in dieser schwierigen Angelegenheit leider nicht mehr helfen.”

Unternehmensnachfolge

Was bei uns die Bank ist, ist im Märchen gerne auch das Gold des Königs: Doch auch hier werden Kredite nicht ewig gewährt

“Diese Pflichtteilsansprüche können doch nicht wahr sein”, dachte der Unternehmer. Doch auch, wenn wir uns im Märchen befinden und die Wahrheit an mancher Stelle so und so märchenhaft sein kann (unglaubwürdig oder fantastisch), so waren die Forderungen von Hans im Glück für den Unternehmer doch äußerst real. Es galt, für die Liquidität im Erbfall vorzusorgen … doch der Unternehmer hatte eine Idee, wie er um die Zahlung des Pflichtteils herum kommen könnte.

Er erinnert sich an die Kindheitstage seines Sohnes Hans im Glück zurück, als das Märchen von der Unternehmensnachfolge noch nicht geschrieben worden war. In dieser Zeit gingen andere Dichter und Denker zu Werke, und schrieben somit andere Märchen – es war die Zeit, in der die Vater-Sohn-Beziehung noch in Ordnung war und sich die beiden in regelmäßigen Abständen sahen. Doch während der Ausbildung im väterlichen Betrieb wurde die Beziehung zwischen den beiden immer schlechter. Der Unternehmer hatte – wie ja schon bei seinem Hänsel – andere Vorstellungen von seinem Sohn und ermahnte ihn immer und immer wieder.

Hans hatte sieben Jahre beim Unternehmer gedient, da sprach er zu ihm: “Herr Vater, meine Zeit ist herum, nun wollte ich gerne in die Welt hinaus ziehen, um mein Glück zu finden.” Der Unternehmer antwortete: “So, wie der Dienst war, so soll auch der Lohn sein”, und gab ihm neben seinem Lohn noch etwas Geld für die Reise. Hans zog ein Tüchlein aus der Tasche, wickelte den Batzen hinein, setzte ihn auf die Schulter und machte sich auf den Weg nach Haus.

Wie sehr hätte sich Hans darüber gefreut, zum Bleiben überredet zu werden. Doch der Unternehmer, selbst gekränkt vom Wunsch seines Sohnes, erkannte die Beweggründe seines Hansels leider nicht. Und so waren beide bis zum heutigen Tage getrennt und hatten doch so oft an einander gedacht.

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