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Die dunkle Seite in der Unternehmensnachfolge (06)


Da der Märchenwald längst im Web 7.77 angekomen war, fand das Treffen der Unternehmensberater in Form einer Video-Konferenz statt. Hier zeigte der Dorfrichter Adam schnell sein wahres Gesicht – sehr zur Freude der Gesellschafterin Heike Hexler.

“Ich schere mich nicht um die persönlichen Belange von Unternehmern, Familienmitgliedern oder Angestellten. In der Unternehmensnachfolge zählen doch einzig und allein Shareholder Values – denn bei jeder Unternehmung geht es doch um eins: Ums Geldverdienen. Zu dumm, dass es so manchem Unternehmer wichtiger ist, gleich ein ganzes Lebenswerk weiterzugeben. Wer die Familie in der Nachfolgeplanung berücksichtigt – oder sogar die Mitarbeiter – muss sich auf eine steinige Unternehmensnachfolge einstellen.”

Unternehmensnachfolge

Ein steiniger Weg in der Unternehmensnachfolge

Die Gesellschafterin Heike Hexler wusste sehr wohl, worauf es dem Unternehmer in der Unternehmensnachfolge der Knusperhäuschen GmbH ankam. Wie oft hatte er ihr sein Leid geklagt? All das, was zum Lebenswerk des Unternehmers gehörte,  beanspruchte sie jedoch für sich. Daher freute es sie, dass sich der Dorfrichter Adam nicht einmal verstellen musste, um ihr behilflich zu sein. Und so sprach sie zum Dorfrichter:

“Nicht mehr als deine Dienste sollst du dem Chef der Knusperhäuschen GmbH anbieten. Familie, Tradition, Lebenswerk – oder gar Liebe, das sind Werte, die wir dem Unternehmer ausreden müssen. Mache du ihm nur bewusst, dass es in der Unternehmensnachfolge einzig und allein um Geld und Macht geht. Wenn er sich dessen erst einmal gewahr ist, wird er dank meines Zutuns schon bald davon überzeugt sein, die Unternehmensnachfolge zu meinen Gunsten zu regeln.”

Im Gegenzug versprach die Gesellschafterin dem Dorfrichter Adam, auch seine Probleme zu lösen: “Dein erstes Problem mit dem XING-Treffen in Husum lässt sich ganz ohne Magie beseitigen.”

Die Gesellschafterin der Knusperhäuschen GmbH holte ein Netbook aus ihrer Handtasche hervor und wählte sich sogleich ins Internet ein. Nach einer kurzen Abhandlung über gute Browser, schlechte Browser rief sie den “Feuerfuchs“ auf. Diese Software war vom Gevatter Reinecke entwickelt worden, der die ständigen Vorwürfe leid war, immer nur die Gans gestohlen zu haben, und nun stetig seinen Ruf aufbesserte.

“Sieh’ her, ich versende an die Teilnehmer des XING-Treffens einfach einen Newsletter, dass die Veranstaltung abgesagt worden ist. Die Lösung deines zweiten Problems ist nicht so einfach. Aber du hast Glück, dass ich vor einigen Wochen bei ebay eine gut erhaltene Zeitmaschine ersteigert habe, mit der ich den Sohn des Husumer Unternehmers einfach in die Zukunft schicke. Dort kann er dann machen, was er will – lästig wird er dir jedenfalls nicht mehr werden.”

Die Probleme des Dorfrichters Adam waren damit gelöst. Noch ahnte er allerdings nicht, dass seine Machenschaften eines Tages wieder auf ihn zurückfallen würden. Für dieses Mal aber hatte er seinen Kopf aus der Schlinge gezogen, und war nun dabei, einer weiteren Unternehmensnachfolge zum Scheitern zu “verhelfen”.

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