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Der Prozess der Unternehmensnachfolge (32)


Der Prozess einer Unternehmensnachfolge ist äußerst vielschichtig – hier finden ganz unterschiedliche Abläufe statt, die manchmal schwer zu erkennen, geschweige denn zu beeinflussen sind. Beim Lesen von Franz Kafka (Der Process) fielen mir einige Parallelen auf,  die ich in diesem kleinen literarischen Exkurs durch geringfügige Änderungen des Originaltextes aufzeigen möchte.

Ein literarischer Exkurs

In der Unternehmensnachfolge ist es gleichzeitig schwer und leicht, sich mit sämtlichen Beteiligten zu unterhalten – Grundsätze dafür gibt es kaum. Manchmal ist es fast zum Verwundern, dass ein einziges Durchschnittsleben für die Unternehmensnachfolge ausreiche, um soviel zu erfassen, dass man hier mit einigem Erfolg arbeiten kann.

Es kommt allerdings auch hier zu trüben Stunden, wie sie ja jeder hat, wo man glaubt, nicht das geringste erzielt zu haben, wo es einem scheint, als hätten nur die von Anfang an für einen guten Ausgang bestimmten Prozesse ein gutes Ende genommen, wie es auch ohne Mithilfe geschehen wäre, während alle andern verloren gegangen sind, trotz alles Nebenherlaufens (wie etwa Mediation, Businessplan etc.), aller Mühe, aller kleinen scheinbaren Erfolge, über die man solche Freude hatte.

Dann scheint einem allerdings nichts mehr sicher und man würde auf bestimmte Fragen hin nicht einmal zu leugnen wagen, dass man ihrem Wesen nach gut verlaufende Prozesse gerade durch die Mithilfe auf Abwege gebracht hat (wie etwa bei unserem Unternehmer, der sich seiner Kinder entledigen wollte). Auch das ist ja eine Art Erkenntnis, aber es ist das einzige, das dann übrig bleibt.

Solchen Anfällen – es sind natürlich nur Anfälle, nichts weiter – sind Unternehmer besonders dann ausgesetzt, wenn ihnen ihr Unternehmen, das sie weit genug und zufriedenstellend geführt haben, plötzlich aus der Hand genommen wird. Das ist wohl das Ärgste, das einem Unternehmer geschehen kann.

Unternehmensnachfolge

Der Prozess der Unternehmensnachfolge ist ein ganz spezieller, der sich vorrangig im Unternehmer selbst abspielt

Nicht etwa durch den Nachfolger wird ihnen das Unternehmen entzogen, das geschieht wohl niemals. Ein Nachfolger, der einmal von einem Unternehmer geleitet wird, wird bei ihm bleiben, bis die Unternehmensnachfolge unter Dach und Fach ist. Wie könnte er sich überhaupt, wenn es ihm an unternehmerischer Erfahrung fehlt, allein noch erhalten?

Das geschieht also nicht, wohl aber geschieht es manchmal, dass die Unternehmensnachfolge eine Richtung nimmt, wo der Unternehmer nicht mehr mitkommen darf. Hat der Unternehmer sein Unternehmen einmal  abgegeben, dann können auch die besten Beziehungen etwa zum Aufsichtsrat oder zum Nachfolger selbst, nicht mehr helfen, denn der Unternehmer hat die Führung seines Unternehmens abgegeben. Die Unternehmensnachfolge ist eben in ein Stadium getreten, wo keine Hilfe mehr geleistet werden darf, wo er keine Einblicke in die Unternehmensstrukturen mehr erhält, wo auch der Nachfolger für den Unternehmer nicht mehr ständig erreichbar ist. All dies gehört mit zum Prozess der Unternehmensnachfolge

3 Kommentare zu „Der Prozess der Unternehmensnachfolge (32)“

  1. [...] die Unternehmensnachfolge mit seinem Zauberstab dirigiert… ohne, dass er wirklich spürbar in den Prozess der Unternehmensnachfolge [...]

  2. [...] um eine Art Zeitmesser handelte, das genau angeben konnte, wie viel Zeit man sich für den Prozess der Unternehmensnachfolge nehmen sollte. Spätestens am Ende unseres Märchens werden wir wissen, wie lange es dauert, bis [...]

  3. [...] mit all seinen Kindern versöhnt, stand jedoch erneut vor der Situation, alle Beteiligten in den Prozess der Unternehmensnachfolge zu involvieren. Da waren seine drei Kinder, der Märchenprinz, aber auch die Belegschaft der [...]

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