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Dem Nachfolger mit Rat und Tat zur Seite stehen (21)


“Junge, Junge”, sprach der Unternehmer zu sich, “hoffentlich bringe ich die Goldmarie dazu, ihr Gold nun doch in mein Familienunternehmen zu investieren. Als Nachfolgerin täte sie mir gefallen, auch wenn ich nicht das Gold bekomme, das ich mir für mein Unternehmen gewünscht hatte. Dafür stehen meinem Familienunternehmen ausreichend liquide Mittel zur Verfügung, um für die Zukunft gerüstet zu sein.”

Der Unternehmer machte sich auf den Weg ins Bettenlager, in dem die Goldmarie während des Studiums jobbte. Es war ein schönes und fleißiges Mädel, das sich nicht viel aus Geld machte. Bestimmt wäre sie auch heute noch bereit, ihr ganzes Gold für die Knusperhäuschen GmbH herzugeben.

Als der Unternehmer die junge Goldmarie erblickte, lachte sein Herz vor Freude. Zum einen war er von ihrer Schönheit geblendet, zum anderen assoziierte er ihr güldenes Haar mit dem zu erwarteten Goldregen. Geschwind wollte er ihr sein Angebot erneut unterbreiten, doch er kam beim besten Wille nicht zu Worte. “Werter Herr”, sprach sie, “stellen Sie sich vor, was mir widerfahren ist. Da sitze ich am Brunnen, um für unsere Kopfkissen im Bettenlager neue Federn von den Hühnern zu rupfen, fällt mir glatt meine Haarspange ins Wasser. Als Meisterin des Märchenlandes im Turmspringen bin ich natürlich sofort hinterher gesprungen. Doch leider hatte ich mir den Kopf gestoßen und verlor die Besinnung, und als ich erwachte und wieder zu mir kam, war ich auf einer schönen Wiese, wo die Sonne schien und viele tausend Blumen standen.

Unternehmensnachfolge

Von einer gestandenen Unternehmerin kann die Nachfolgerin viel lernen – gleiches gilt für männliche Pendants

Irgendwann kam ich zu einem riesigen Unternehmen. Aus einem der Fenster schaute eine alte Frau. Weil sie aber so große Zähne hatte, bekam ich Angst und wollte fortlaufen. Die alte Frau aber rief mir nach: “Was fürchtest du dich, liebes Kind, vor einem so großen Unternehmen? Bleib bei mir, wenn du alle Arbeit im Hause ordentlich tun willst, so soll es dir gut gehen. Du musst in meinem Bettenimperium nur ein Praktikum machen und die Kopfkissen immer fleißig aufschütteln, dass die Federn fliegen. Gleichzeitig bringe ich dir alles bei, was du über die Unternehmensführung wissen musst. Ich will dich leiten, damit du nach der Unternehmensnachfolge die Zügel alleine und doch fest in den Händen halten kannst.

Na, ich dachte ja erst, die Gute hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank. Aber glauben Sie mir, sie hatte all ihr Geschirr beisammen und war zudem eine tüchtige Geschäftsfrau. Wie viel ich von der alten Frau Holle gelernt habe …”

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