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Das Kräuterbitter Imperium: Die Nachfolgerin hält alle Zügel in der Hand


Den berühmten Kräuter-Magenbitter in den kleinen Fläschchen, eingehüllt in braunes Papier, kennt jeder – Underberg. Chefin des weltbekannten Familienunternehmens mit der Traditionsmarke ist heute eine Frau: Hubertine Underberg-Ruder.

Ihr Vater, Emil Underberg, wählte sie unter seinen vier Kindern aus, in das Geschäft einzusteigen, um zukünftig das Alleinerbe der Magenbitter-Dynastie zu übernehmen. Das war 1990, als sie gerade einmal 28 Jahre jung war.

Nach Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung stehen dieses Jahr etwa 70.000 Übernahmen in Familienbetrieben an – knapp zwei Drittel aus Altersgründen. Aber nicht jedes Unternehmen geht an einen Spross aus der Familie.

Für Hubertine Underberg-Ruder war der Firmeneintritt zum damaligen Zeitpunkt keine einfache Entscheidung. Dennoch, nach einigen Monaten Bedenkzeit sagte sie schließlich ihrem Vater zu.

Damit übernahm sie die Verantwortung für ein bereits seit 158 Jahren bestehendes, und heute multinational agierendes Familienunternehmen. Im Jahre 1846 hatte der Ur-Ur-Großvater Hubert Underberg den heute weltberühmten Kräuterbitter kreiert und den Betrieb gegründet.

Nachfolge: Töchter an die Macht

Ob Sohn oder Tochter: Das berufliche Erbe der Eltern anzutreten, bringt Verantwortung für den Nachwuchs und Kopfschmerzen für die Eltern. Dennoch: Der fließende Übergang von Wissen und Macht in einem Familienunternehmen ist ein großer Vorteil, denn ein Know-how-Abfluss findet nicht statt.
Leicht und schnell findet ein Einstieg in den elterlichen Betrieb selten statt. Meist ist das eine langfristige Angelegenheit, die für beide Seiten gut überlegt sein will.

Die Nachfolge im über 155 Jahre alten Familienunternehmen Underberg ging in der Vergangenheit nicht ganz so reibungslos. Um diese kostspieligen Erbschaftsstreitereien zu vermeiden, entschied der Vater von Hubertine Underberg-Ruder, in der nächsten Generation das Zepter an das fähigste Kind zu übergeben – egal ob Tochter oder Sohn, ob jünger oder älter. Zur Überraschung vieler ging der Herrscherstab nicht an den einzigen Sohn, der BWL studiert hat, sondern an die älteste Tochter.

Aber ob nun Tochter oder Sohn: Ohne Lust auf Verantwortung, Erfahrung im Konzern und unternehmerisches Gespür bekommen die Unternehmer-Sprösslinge den Chefsessel heutzutage nicht mehr zugeschoben.

Hubertine Underberg-Ruder ist nicht nur promovierte Unternehmerin, sie ist auch vierfache Mutter. An drei Tagen arbeitet sie von zu Hause, drei weitere ist sie im Büro oder zwischen den Firmensitzen unterwegs. Für die erste Frau im Unternehmen kein Problem – sie wollte schon immer beides – Karriere und Kinder.

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