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Beschwerlicher Alleingang in der Unternehmensnachfolge (10)


Als der Tag anbrach, noch ehe die Sonne aufgegangen war, kam schon der Unternehmer und weckte die beiden Kinder: “Steht auf, meine undankbaren Nachkommen, wir wollen in den Wald gehen und Holz holen.” Dann gab er jedem ein Stückchen Brot und sprach: “Ja mei, wollt ihr mir endlich einmal nachkommen? Beeilt euch, sonst hole ich mir für meine Unternehmung eine andere Nachfolge. Und ihr … ihr kriegt weiter nichts, nicht einmal euren Pflichtteil!”

Mit nur wenig Unternehmergeist machten sich die Geschwister Hänsel und Gretel auf den Weg, um ihren Vater in den Wald zu begleiten. Nach einer Weile, als sich der Sohn immer wieder umblickte, wurde es dem Vater zu bunt: “Hänsel, was guckst du da und bleibst zurück, hab acht und vergiss deine Beine nicht!” — “Ach, Vater,” erwiderte Hänsel, “ich will nur schauen, wie weit wir bereits gegangen sind und dass wir auch ja keinen Umweg gehen.” — “Narr, ich weiß schon, wo es lang geht. Schließlich gehe ich meiner Wege seit Jahrzehnten erfolgreich und selbstständig und brauche mir von einem Jungspund nicht sagen lassen, wie ich zu führen habe.”

Unternehmensnachfolge

In der Unternehmensnachfolge lieber an einem Strang ziehen: Fallstricke vermeiden

Doch Hänsel hatte seinen eigenen Kopf und interessierte sich in Wahrheit nicht dafür, in welche Richtung der Vater mit Ihnen gehen würde. Viel wichtiger war es ihm, den Plan seines Vaters zu vereiteln, um das Familienunternehmen an sich zu reißen. Um also nicht verloren zu gehen, hatte er immer wieder einen von den blanken Kieselsteinen aus seiner Tasche auf den Weg geworfen.

Der Unternehmer, der in der Welt der Märchen und Sagen ein echtes Monopol in der Holzindustrie hatte, sprach zu seinen Kindern: “Nun sammelt Holz, ihr Kinder, meine Maschinen stehen sonst bald still. Und die Sieben Zwerge, die ich als Gastarbeiter eingestellt habe, befinden sich derzeit im Streik.”

Hänsel, der über besonderes Fachwissen zu den verschiedensten Holzarten verfügte, machte sich mit seiner Schwester Gretel alsbald daran, einen wunderschönen Speierling zu fällen. Schließlich war der Familienbetrieb auf Edelhölzer spezialisiert, aus denen exklusive Designer-Möbel für Königshäuser gefertigt wurden.

Der Vater ließ seine Kinder schuften und schuften, bis sie nicht mehr konnten und über der Arbeit einfach einschliefen. Als sie schließlich erwachten, war es bereits finsterste Nacht. Vom Vater war weit und breit nichts mehr zu sehen. Lesen Sie im nächsten Teil, wie es mit Hänsel und Gretel weitergeht …

1 Kommentar zu „Beschwerlicher Alleingang in der Unternehmensnachfolge (10)“

  1. [...] war ein beschwerlicher Weg, den unsere vier Gefährten zu gehen hatten. Die Männer wechselten sich ab, die leblose Gretel auf [...]

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