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Arbeitnehmer in der Unternehmensnachfolge (37)


Wichtiger Faktor schon in der Nachfolgeplanung

In unserem Märchen von der Unternehmensnachfolge war die Reise durch den Märchenwald ohne Probleme verlaufen. Lediglich der Abschied der Sieben Zwerge von ihrem Schneewittchen geriet zu einer innigen und rührseligen Angelegenheit, kamen die Gesellen doch so schlecht ohne ihre schöne Chefin aus, die die Zwerge an den Unternehmer vermittelt hatte.

Als die Sieben Zwerge jedoch wieder an die Arbeit gehen wollten – schließlich musste in ihrer Abwesenheit eine Menge liegen geblieben sein – sahen sie, wie die übrige Belegschaft nur widerwillig und mit Gram ihre Arbeit verrichtete. Da fragte der erste Zwerg: “Hey, was ist los mit euch? Warum seid ihr denn so schlecht gelaunt und begrüßt uns nicht mit einem ‘Hei-ho-hei-ho, was sind wir alle froh’, so wie es unter Holzarbeitern Brauch ist?”

Da erhob einer der leitenden Angestellten, der Forstingenieur Herr Specht, das Wort: “Der Unternehmer will einige von uns entlassen. Die anderen Angestellten, die bleiben dürfen, müssen künftig länger arbeiten, erhalten gleichzeitig jedoch weniger Lohn.”

“Wie schlecht, Herr Specht”, sagte da der zweite Zwerg”, bevor der dritte hinzufügte: “Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Der Unternehmer arbeitet mit uns seit über 427 Jahren zusammen, und hat in dieser Zeit nicht einen einzigen von uns entlassen.” Doch die Belegschaft hatte von der Gesellschafterin Heike Hexler etwas anderes gehört, und wollte den Worten der Zwerge daher keinerlei Glauben schenken.

Der Unternehmer befand sich indes mit dem Königssohn, Hänsel und Gretel in seinem Büro. Schließlich wollten die Geschäfte wieder aufgenommen und auch die Unternehmensnachfolge geplant werden. Hänsel sollte etwas über Unternehmensführung lernen, während sich der Märchenprinz einen Überblick über die Finanzen verschaffen sollte – auch, wenn der verwöhnte Prinz wenig von dieser Materie verstand.

Der Unternehmer erschrak, als er merkte, wie viele Kunden sich in seiner Abwesenheit beschwert hatten, weil Lieferungen ausblieben, nur zum Teil erfolgten oder allzu fehlerhaft waren. Wutentbrannt rannte der Chef zu seinen Arbeitnehmern, um sie zur Rede zu stellen.

Unternehmensnachfolge

Endlich findet in der Unternehmensnachfolge ein Gespräch mit der Belegschaft statt

Als er nach einem langen und wütenden Wortschwall wieder Luft holte, nutzte der leitende Angestellte, Herr Specht, die Gelegenheit, das Wort an seinen Chef zu richten: “Herr Unternehmer, ich weiß, sie haben über mehrere Jahrhunderte viel für uns getan und nicht einen von uns entlassen. Doch jetzt, da die Unternehmensnachfolge naht, wollen sie sich mit Entlassungen, verlängerten Arbeitszeiten und Lohnkürzungen gesund schrumpfen. Das ist nicht rechtens, waren wir alle doch immer äußerst loyal zu Ihnen.”

Der Unternehmer wusste nicht, wie ihm geschah, hatte er doch nichts von alledem vor. Als sein leitender Angestellter, Herr Specht, ihm verriet, dass seine Partnerin Heike Hexler die Gerüchte in die Welt gestreut hatte, war der Unternehmer außer sich vor Wut. Doch zornig war er vor allem über sich selbst. Denn zum einen wusste er ja nicht, dass die Gesellschafterin über die Wendungen in der Unternehmensnachfolge Bescheid wusste und sich so zu rächen versuchte, zum anderen war ihm bewusst, dass es längst den der Zeit gewesen war, seine Arbeitnehmer über den Stand der Nachfolgeplanung zu informieren. Wie viel Ärger und Geld wäre ihm dadurch erspart geblieben!

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